Blog-Post
Herold Innere Medizin 2020

„Innere Medizin“ von Dr. Gerd Herold – vom Skript zum Medizinbuch-Klassiker


Kaum ein Arzt, der ihn nicht kennt und schon genutzt hat: den „Herold“, das Kompendium der Inneren Medizin von Dr. Gerd Herold, das vor 36 Jahren erstmals erschienen ist. Längst hat das Buch einen festen Platz in der Riege der medizinischen Standardwerke eingenommen und ist in zahlreichen Sprachen und Formaten erhältlich. Aber wie kam es dazu?

Am Anfang war das Medizinstudium…

Die meisten Leser lernen den „Herold“ während ihres Medizinstudiums kennen – ohne zu wissen, dass dort auch die Geschichte des Kompendiums begann. Denn Anfang der 70er Jahre waren es die didaktisch und fachlich hervorragenden Vorlesungen von Prof. Dr. Rudolf Gross an der Medizinischen Universitätsklinik Köln, die den damaligen Studenten Gerd Herold dazu inspirierten, ein medizinisches Handbuch zu erstellen. Er notierte sich das in den Vorlesungen erlangte Wissen und ergänzte es während seines späteren Berufslebens regelmäßig um neue Erkenntnisse.

Seine Notizen waren ursprünglich für den Eigenbedarf gedacht, aber im Laufe der Zeit reifte der Entschluss in ihm, auf dieser Grundlage ein Kompendium der Inneren Medizin herauszugeben. Während seiner Facharztausbildung zum Internisten setzte Herold den Plan schließlich in die Tat um. Dabei hatte er zum Ziel, ein Kompendium mit folgenden Merkmalen zu erstellen:

  • komprimierte Inhalte, damit es handlich und kompakt bleibt
  • nach einem einfachen, stets gleichbleibenden Schema klar gegliedert, um die Suche nach speziellen Themen zu vereinfachen
  • durch regelmäßige Aktualisierungen stets aktuell
  • mit allen Inhalten, die Studenten für die Prüfungsvorbereitung benötigen

Von der Idee bis zur Fertigstellung verging rund ein Jahr, in dem der angehende Internist das Buch in seiner Freizeit schrieb. Schließlich brachte er im Jahr 1983 die erste Ausgabe der „Inneren Medizin“ heraus. Es erschien im Eigenverlag mit rund 450 Seiten Umfang und einer Auflage von 500 Exemplaren. Herold verkaufte sie im Direktvertrieb, u.a. vor den Vorlesungssälen der Universitäten, und über medizinische Fachbuchhandlungen.

Lehrbuch und Nachschlagewerk für Innere Medizin

Das inhaltliche Konzept hat sich bis heute bewährt: Der Bekanntheitsgrad und die Verbreitung des skriptartigen, einfarbigen Kompendiums erhöhten sich von Jahr zu Jahr, obwohl keine Werbung dafür betrieben wurde. Zunächst nutzten vor allem Medizinstudenten das Buch. Nach rund zehn Jahren, innerhalb derer teilweise ein Generationswechsel an den Universitäten erfolgte, empfahlen auch die Professoren an den medizinischen Fakultäten Herolds „Innere Medizin“ zur Prüfungsvorbereitung.

Heute dient das Kompendium Medizinstudenten und Fachärzten gleichermaßen als Lehrbuch bzw. Nachschlagewerk im medizinischen Berufsalltag. Auch Heilpraktiker sowie Krankenschwestern und -pfleger nutzen es zur Examensvorbereitung. Neben der gedruckten Ausgabe ist „Innere Medizin“ als PDF, Hörbuch und elektronische Klinikausgabe für die gesamte internistische Abteilung verfügbar. Zudem wurde es in 15 Sprachen übersetzt.

Auch heute noch aktuell, kompakt und praxisnah

Um seinen selbst gesetzten Vorgaben treu zu bleiben, bringt Herold jedes Jahr eine aktualisierte Ausgabe seines Werks heraus. Dafür werden jeweils neue relevante Erkenntnisse aus der deutschen und amerikanischen Fachliteratur sowie dem Internet berücksichtigt. Vergleicht man die Ausgaben verschiedener Jahrgänge miteinander, so fällt auf, dass nicht nur die Auflage des Buchs kontinuierlich steigt: Da sich das Wissensgebiet der Inneren Medizin fortwährend weiterentwickelt, hat sich der Umfang des Kompendiums in den vergangenen 16 Jahren mehr als verdoppelt auf 1.000 Seiten in Ausgabe 2020.

Daher achtet der Autor streng auf inhaltliche Begrenzung und Komprimierung, damit das Lernkompendium trotzdem kompakt und handlich bleibt. Dazu sollen auch die kleine Schrift und das dünne Papier beitragen.

Bei der Zusammenstellung der Inhalte bekam Herold im Laufe der Jahre zunehmend Unterstützung sowie Anregungen für Veränderungen, Ergänzungen und Erweiterungen von Hochschullehrern, Kollegen und Studenten. Mittlerweile erstrecken sich die Danksagungen im Buch über sechs Seiten. Gäbe es eine zentrale Liste für Medizinstudenten und Ärzte, um dem Autor für sein Werk zu danken, wäre diese sicher sehr viel länger!

Bildquelle: ©daizuoxin /Adobe.Stock.com

Produktinfo

Herold Innere Medizin 2020

Innere Medizin 2020


Herold, G.


Eine vorlesungsorientierte Darstellung


2020, 1.002 S., € 47,00


Mehr zum Artikel


Elke Paxmann

Elke Paxmann

Ist für den Fachbuch-Blog aktiv mit den Akteuren im Gespräch. Sie befragt Autoren, Verleger und Leser nach Hintergründen und kaufentscheidenden Argumenten. Im Austausch mit direkten Beteiligten findet sie die relevanten Alleinstellungsmerkmale eines Titels für Sie heraus, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.


2 Kommentare auf “„Innere Medizin“ von Dr. Gerd Herold – vom Skript zum Medizinbuch-Klassiker”

  1. Barbara Tolle 3. Mai 2019, 9:23

    Hallo, in welchen Sprachen (außer Deutsch) ist der Herold denn erhältlich?
    Danke für die Rückmeldung?

    1. Elke Paxmann 3. Mai 2019, 14:01

      Hallo Barbara Tolle,
      der Herold wurde bisher in folgende Sprachen übersetzt: Albanisch, Bulgarisch, Estnisch, Französisch, Georgisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Schwedisch, Serbokroatisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch. Das ist schon beeindruckend, oder?
      Viele Grüße, Elke Paxmann

Hinterlassen Sie einen Kommentar



Zurück zum Seitenanfang