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Wem hilft Urologielehrbuch.de?


Seit einem Jahrzehnt ist Dr. Dirk Manski Autor des Fachbuchs Urologielehrbuch.de, das er alle zwei Jahre in aktualisierter Form herausbringt. Parallel dazu veröffentlicht er sämtliche Inhalte kostenfrei auf der gleichnamigen Website. Im Fachbuch-Blog-Interview erläutert er, für wen er das Buch konzipiert hat, was ihm dabei wichtig ist und welche Pläne er für die Zukunft hat.

Herr Dr. Manski, für welche Leser und welchen Bedarf ist Urologielehrbuch.de gedacht?

Die Hauptzielgruppe sind Assistenzärzte, die vor der Urologie-Facharztprüfung stehen. Zu der Zeit ist der Lernbedarf in der Regel so groß, dass das Internet als Quelle nicht ausreicht. Dann wird ein Lehrbuch benötigt, das alle wesentlichen Inhalte enthält und beispielsweise auch an den Badestrand mitgenommen werden kann.

Zusätzlich wird das Buch in der Praxis gerne für die medikamentöse Therapie zurate gezogen. Denn es enthält genaue Dosierungsempfehlungen, Chemotherapie-Tabellen sowie ein eigenes Kapitel über Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten zum Nachschlagen. Das müssen angehende Urologen natürlich nicht für die Facharztprüfung auswendig lernen. Aber es ist für junge Ärzte sehr hilfreich, so dass dieser Bereich im Buch mit den Jahren immer ausführlicher geworden ist.

Was unterscheidet Ihr Buch von anderen Titeln für die Prüfungsvorbereitung?

Die meisten Bücher, die als Lernhilfe für die Facharztprüfung konzipiert sind, enthalten kaum Bildmaterial. Ich achte dagegen darauf, möglichst viele Bilder einzubinden, z. B. allein von der Blasenspiegelung mehr als 100 Abbildungen. Urologielehrbuch.de ist also quasi eine Verquickung von Lehrbuch und Bildatlas. Denn gerade mit den Bildern lernen wir. Wer einmal ein Röntgenbild verstanden hat, versteht die Krankheit. Umgekehrt gilt: Wenn man eine Krankheit vorher noch nie abgebildet gesehen hat, ist es kaum möglich, die entsprechende Auffälligkeit auf dem Röntgenbild eines Patienten zu erkennen. Wie soll man dann richtig diagnostizieren? Deswegen ist es für Urologen auch ganz elementar, sich regelmäßig einen Bildatlas anzusehen und die Befunde einzuprägen.

Woher stammen denn die vielen Bilder im Buch?

Die meisten Aufnahmen habe ich selbst gemacht. Zusätzlich haben mich die Chefärzte, in deren Kliniken ich gearbeitet habe, unterstützt. So durfte ich jeweils auf das Klinikarchiv zugreifen und geeignete Bilder für das Buch verwenden. Außerdem kommt es vor, dass mir andere Urologen Bilder zur Veröffentlichung schicken. Das ist sehr hilfreich, da es natürlich immer seltenere Krankheiten sind, für die ich noch Bilder brauche. Dementsprechend freue ich mich sehr, wenn mir ein Kollege Bildmaterial zur Verfügung stellt.

Sämtliche Inhalte von Urologielehrbuch.de sind kostenfrei auf Ihrer Website zugänglich. Wieso machen Sie das?

Die Frage ist doch eher: Warum sollte ich das nicht tun? Es gab vor zehn Jahren schon Experten, die das so gehandhabt haben. Und das Konzept fand ich gut. Denn ich war schon immer davon überzeugt, dass Leser zunächst erfahren können sollten, was genau in einem Fachbuch steht, bevor sie Geld dafür ausgeben. Wer dann von den Inhalten überzeugt ist und damit lernen möchte, der kauft es sich. Denn eine Internetseite ist nie so gut zum Lernen wie ein Buch.

Hinzu kommt, dass gerade in den Anfangsjahren die Vernetzung durch Google – neben den persönlichen Empfehlungen – wesentlich dazu beigetragen hat, dass das Buch bekannt wurde. Heute kennt mich von den jungen Urologen vermutlich fast jeder. Aber durch Suchmaschinen wird die Website Urologielehrbuch.de nicht nur von Fachpublikum genutzt, sondern auch sehr stark von Patienten und Angehörigen frequentiert, die sich über Therapieoptionen informieren möchten. In gewisser Weise ist die Website mittlerweile doch „kostenpflichtig“, da der Anwender während der Nutzung Werbung zu sehen bekommt.

Wie gehen Sie bei den Aktualisierungen vor?

Ich verfolge die wesentliche Fachliteratur, vor allem die Leitlinien, Der Urologe, European Urology und natürlich den amerikanischen Klassiker Campbell-Walsh, der allein 5.000 Seiten umfasst. Neuerungen, die ich feststelle, nehme ich in das Buch auf. Zusätzlich ergänze ich aktuelles Bildmaterial.

Dabei kann es vorkommen, dass ich einen Abschnitt im Buch überarbeite und es nicht schaffe, die entsprechenden Aktualisierungen zeitnah auf der Website vorzunehmen. Aber spätestens, wenn die neue Ausgabe des Buchs erscheint, nehme ich mir die Zeit, auch online alles zu aktualisieren.

Planen Sie weitere Veröffentlichungen, beispielsweise ein Kitteltaschenbuch oder einen Operationsatlas?

Bisher reicht es mir, für jede Operation zu erklären, was zu machen ist. Um genauere Anleitungen geben zu können, braucht man doch wesentlich mehr Seiten. Auch ein Kitteltaschenbuch oder eine App für das Mobiltelefon habe ich in nächster Zeit nicht geplant, da ich zurzeit dabei bin, mein Buch ins Englische zu übersetzen. Das wird mich sicher noch die nächsten fünf Jahre beschäftigen, da ich mich neben meiner Berufstätigkeit als Urologe damit beschäftige – quasi als Hobby in meiner Freizeit.

Bildquelle: ©lom123/Adobe.Stock.com

Dr. Dirk Manski ist Autor von Urologielehrbuch.de.
Dr. Dirk Manski
ist niedergelassener Urologe und Belegarzt in Augsburg sowie seit 2008 Autor und Webseitenverantwortlicher von www.urologielehrbuch.de.

Produktinfo

Urologielehrbuch.de


Manski, D.


2. Aufl. 2019, 808 S., 700 Abb., 91 Tab. € 64,90


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Elke Paxmann

Elke Paxmann

Ist für den Fachbuch-Blog aktiv mit den Akteuren im Gespräch. Sie befragt Autoren, Verleger und Leser nach Hintergründen und kaufentscheidenden Argumenten. Im Austausch mit direkten Beteiligten findet sie die relevanten Alleinstellungsmerkmale eines Titels für Sie heraus, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.


Ein Kommentar auf “Wem hilft Urologielehrbuch.de?”

  1. Lisa Weber 17. Mai 2019, 11:24

    sehr hilfreich, danke!

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